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Monties Chronicle Reloaded · Gaming
WARDOGS-Review: Teamplay gut. Fahrphysik aus der Hölle.
Oder: Wenn die Randoms miteinander reden, aber die Fahrphysik offenbar einen eigenen Krieg führt.
In meiner WARDOGS Review geht’s um gutes Teamplay mit Randoms, bombastischen Sound und eine Fahrphysik direkt aus der Hölle. WARDOGS sieht gut aus. WARDOGS klingt gut. Und WARDOGS schafft tatsächlich etwas, das ich ausdrücklich loben möchte: Das Zusammenspiel mit Randoms funktioniert bei mir richtig gut.
Dann kommt die Fahrphysik.
Und ich frage mich, aus welchem Höllenkreis man die bitte importiert hat.
Damit ist der grobe Zustand eigentlich schon ganz gut beschrieben. Hier stecken brauchbare Ideen drin. Nur fühlt sich das Gesamtpaket für mich noch ziemlich unfertig zusammengewürfelt an. Taktikgedöns mit Baustellen. Und zwar nicht bloß irgendwo hinter der letzten Textur.
Story? Erstmal in die Zone.
Der Rahmen ist ein militärisches Multiplayer-Schlachtfeld in den heruntergekommenen Industrieregionen und Bergen Osteuropas. Im Mittelpunkt der offiziellen Spielbeschreibung steht der Kampf um Gebiete; eine ausgearbeitete Handlung ist hier nicht der Aufhänger.
Bis zu 100 Spieler verteilen sich auf drei Teams: Valkyra, Lonestar und Manticore. Alle wollen die Kontrollzone halten. Wer dort die meisten Leute stellt, sammelt Punkte. Das erste Team mit 100 Punkten gewinnt. Das Prinzip kommt von „King of the Hill“. So erklären es die Entwickler in ihrer FAQ.
Die Geschichten entstehen dabei zwischen den Spielern. Wer hält die Stellung? Wer bringt die Leute hin? Und wer kümmert sich eigentlich darum, dass aus einer Ansammlung bewaffneter Einzelkämpfer ein Team wird?
Ballern ist ein Teil davon. Die Rechnung kommt mit.
WARDOGS verbindet Schusswechsel mit Fahrzeugen, Versorgung, dem Bau von Stellungen und zerstörbarer Umgebung. Das Geldsystem hält diese Teile zusammen: Zu Beginn habt Ihr 10.000 Dollar. Für jedes Leben stellt Ihr Eure Ausrüstung zusammen und bezahlt dafür. Waffen, Ausrüstung oder ein Fahrzeug müssen also auch ins Budget passen.
Geld verdient Ihr unter anderem durch Teamaktionen: Mitspieler wiederbeleben, Leute zur Zone transportieren und das Ziel halten. Der Kontostand bleibt über einzelne Matches hinweg erhalten. Team17 beschreibt dieses System auf der Spielseite.
Damit steckt hinter der Ausrüstung eine Entscheidung: Was brauche ich gerade wirklich? Wie viel gebe ich dafür aus? Und bringt mein schöner Einkauf auch dem Team etwas?
Auf dem Papier passt das gut zusammen. In meinen Runden fühlt sich das Ganze trotzdem noch nicht wie ein sauber abgestimmtes Gesamtpaket an. Viele Möglichkeiten sind eben erstmal viele Möglichkeiten. Daraus muss auch ein rundes Spiel werden.
Die positive Überraschung: Randoms reden miteinander.
Das ist für mich einer der stärksten Punkte an WARDOGS.
Das Zusammenspiel mit zufälligen Mitspielern funktioniert super. Die Kommunikation im Spiel wird tatsächlich genutzt. Leute spielen zusammen, statt nur zufällig im selben Team zu stehen.
Und genau das braucht so ein Spiel. Wenn Transport, Stellungen und ein gemeinsames Ziel wichtig sein sollen, muss man sich auch verständigen können. Der lokale Sprachchat gehört zum Konzept; dass die Spieler ihn in meinen Runden nutzen, macht daraus erst etwas Brauchbares.
Drei Fraktionen. Noch lange kein faires Gesamtbild.
Beim Balancing hört mein Lob ziemlich schnell auf.
Die Möglichkeiten der Fraktionen wirken auf mich nicht fair verteilt. Das Spiel ist in meinen Augen aktuell nicht ausbalanciert. Und bei einem Shooter, der so viel auf taktische Entscheidungen setzt, ist das keine Nebensache.
Ich möchte, dass Zusammenarbeit und gute Entscheidungen den Ausschlag geben. Wenn sich schon die Möglichkeiten der Teams ungleich anfühlen, kratzt das am ganzen Konzept.
Das ist mein Eindruck aus meinen Runden. Eine vollständige Auswertung sämtlicher Waffen, Fahrzeuge und Fraktionsvorteile ist es nicht. Dafür müsste man die einzelnen Unterschiede systematisch vergleichen. Mein Frust darüber ist trotzdem ziemlich real.
Grafik? Nichts zu meckern. Sound? Bombastisch.
Optisch habe ich nichts zu meckern. Die Grafik gefällt mir. Das kann ich bei aller Kritik am Rest auch einfach mal so stehen lassen.
In den Screenshots seht Ihr die Mischung aus Wald, Gebäuden, Industrie und weiten Sichtlinien. Keine geschönerten Werbebilder, sondern Aufnahmen aus meinen Runden.
Beim Sound fällt mein Urteil ähnlich deutlich aus: bombastisch.
Und die Musik taugt bestimmt auch.
Aber was weiß ich schon. Hab ich ja aus.
Eine tiefgehende Soundtrack-Analyse müsst Ihr Euch also woanders holen. Beim eigentlichen Spielsound fällt mein Fazit dafür umso klarer aus: Der gefällt mir richtig gut.
Die Fahrphysik kommt direkt aus der Hölle.
So. Fahrzeuge.
Die gehören zum Konzept. Leute transportieren, Wege überbrücken, gemeinsam ins Gefecht kommen. Alles sinnvoll.
Die Fahrphysik hingegen fühlt sich für mich an, als hätte jemand den Begriff „Bodenkontakt“ als unverbindliche Empfehlung verstanden.
Bevor ich das jetzt umständlich beschreibe: Hier ist mein Clip dazu.
Fahrphysik aus der Hölle!
Genau solche Momente meine ich, wenn ich von unfertigem Taktikgedöns rede. Man kann darüber lachen. Als verlässlicher Teil eines taktischen Spiels sollte sich das Fahren aber anders anfühlen.
Und noch ein Clip: Black Hawk Down 😀
Als Nachschlag gibt’s noch meinen zweiten WARDOGS-Clip. Der Titel steht schon da. Ich lasse einfach das Video sprechen.
Mein Fazit: gutes Miteinander, unfertiges Taktikgedöns.
WARDOGS hat Dinge, die ich ausdrücklich gut finde. Grafik und Sound passen. Das Zusammenspiel mit Randoms funktioniert, und die Kommunikation im Spiel wird genutzt. Gerade Letzteres ist für mich mehr wert als irgendein hübscher Satz auf der Shopseite.
Dem stehen eine für mich unausgewogene Fraktionsbalance, die fragwürdige Fahrphysik und ein insgesamt noch ziemlich zusammengewürfeltes Spielgefühl gegenüber.
Das funktioniert für mich
- Grafik, an der ich nichts auszusetzen habe.
- Bombastischer Spielsound.
- Gutes Teamplay mit Randoms.
- Kommunikation, die tatsächlich genutzt wird.
Da muss noch Arbeit rein
- Balance zwischen den Fraktionen.
- Fair verteilte Möglichkeiten.
- Die Fahrphysik. Dringend.
- Das Zusammenspiel der vielen Systeme.
Wer ein fertiges, sauber ausbalanciertes Taktikspiel erwartet, sollte meinen derzeitigen Eindruck ernst nehmen: So weit ist WARDOGS für mich noch nicht. Wer mit den Baustellen leben kann, findet immerhin ein Spiel, in dem das gemeinsame Spielen schon jetzt funktioniert.
Und irgendwer sollte bitte die Fahrphysik aus der Hölle zurückholen.
